Acht Zutaten, ein Sachet: Herkunft und Forschung der Inhaltsstoffe
Ein Sachet Wellaray Slim Coffee Booster enthält acht Zutaten – einen Mineralstoff, vier Pflanzenextrakte, eine körpereigene Verbindung und zwei Ballaststoffe. Jede davon hat eine eigene Geschichte: Manche wurden vor über einem Jahrhundert isoliert, andere sind seit Jahrtausenden Teil asiatischer Teekultur, und über mindestens eine streitet die Fachwelt bis heute. Die folgenden Abschnitte ordnen jeden Stoff mit der tatsächlich enthaltenen Menge ein und verweisen auf Fachliteratur, die sich mit Chemie, Aufnahme im Körper und Sicherheit beschäftigt. Was das EU-Register an Aussagen zulässt, steht gesammelt am Ende.
Redaktion: Michael Sporer · Stand: 06.09.2026
Chrom – 40 µg als Chrom(III)-picolinat
Die Chromforschung beginnt 1959 mit Bierhefe: Klaus Schwarz und Walter Mertz beschrieben einen „Glukosetoleranzfaktor“, dessen aktiver Bestandteil dreiwertiges Chrom zu sein schien. 1977 folgte ein viel zitierter Fallbericht über eine Patientin, die über Jahre parenteral ernährt wurde und deren Beschwerden nach Chromgabe zurückgingen. Seither wurde intensiv nach dem Molekül gesucht, das Chrom im Körper bindet; der heute wichtigste Kandidat ist ein kleines Peptid, in der Literatur als Chromodulin oder LMWCr bekannt. Ob Chrom als essentielles Spurenelement gilt, ist inzwischen selbst Gegenstand der Debatte – eine Übersicht über 50 Jahre Forschung und offene Fragen liefert Vincent (Metal Ions in Life Sciences, 2013).
Unabhängig davon hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zwei Aussagen zu Chrom positiv bewertet, die auf der Startseite wörtlich stehen; die wissenschaftliche Begründung findet sich bei EFSA (EFSA Journal, 2010). Die Picolinat-Form wurde gewählt, weil sie zu den am besten untersuchten Chromverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln gehört. 40 µg pro Sachet entsprechen exakt dem europäischen Referenzwert für die tägliche Zufuhr.
Grüntee-Blattextrakt – 250 mg, standardisiert auf 125 mg EGCG
Grüner und schwarzer Tee stammen von derselben Pflanze, Camellia sinensis. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung: Für grünen Tee werden die Blätter kurz nach der Ernte erhitzt, wodurch die Enzyme stillgelegt werden, die bei Schwarztee die Fermentation in Gang setzen. So bleiben die Catechine erhalten – eine Gruppe von Flavanolen, deren mengenmäßig wichtigster Vertreter Epigallocatechin-3-gallat ist, kurz EGCG.
Wie sich EGCG im menschlichen Körper verhält, wurde in einer klassischen Phase-I-Studie untersucht: 60 gesunde Männer erhielten Einzeldosen von 50 bis 1.600 mg reinem EGCG, anschließend wurde über 26 Stunden der Plasmaverlauf gemessen – dokumentiert bei Ullmann et al. (Journal of International Medical Research, 2003). Die spätere Sicherheitsbewertung der EFSA legte bei 800 mg EGCG pro Tag aus Extrakten eine Grenze fest, oberhalb derer Leberwerte auffällig werden können, und stellte fest, dass die Einnahme auf nüchternen Magen zu deutlich höheren Blutspiegeln führt – nachzulesen bei EFSA (EFSA Journal, 2018). Genau daraus leiten sich die Verzehrhinweise auf der Schachtel ab. Mit 125 mg EGCG pro Tagesportion liegt Wellaray Slim Coffee Booster bei rund einem Sechstel dieser Grenze.
Grüner-Kaffeebohnen-Extrakt – 250 mg, standardisiert auf 125 mg Chlorogensäuren
Kaffee ist eines der chlorogensäurereichsten Lebensmittel überhaupt – solange er nicht geröstet wird. Rohe Arabica-Bohnen enthalten zwischen fünf und acht Prozent Chlorogensäuren, eine Familie von Estern aus Kaffeesäure und Chinasäure; beim Rösten zerfällt ein Großteil davon zu Lactonen und Aromastoffen. Der Extrakt aus ungerösteten Bohnen hält genau diesen Zustand fest, und die Standardisierung auf 50 Prozent sorgt dafür, dass jedes Sachet dieselben 125 mg liefert.
Ob diese Verbindungen überhaupt aus dem Darm ins Blut gelangen, war lange unklar. Eine Studie mit 10 gesunden Erwachsenen, die einen entkoffeinierten Grünkaffee-Extrakt mit 170 mg Chlorogensäuren erhielten, wies über acht Stunden mehrere Chlorogensäuren und ihre Abbauprodukte in Plasma und Urin nach; gut 30 Prozent der aufgenommenen Menge ließen sich wiederfinden – Farah et al. (Journal of Nutrition, 2008). Das Koffein im Sachet stammt zu etwa einem Drittel aus diesem Extrakt.
Extrakt aus weißen Bohnen – 300 mg
Die Gartenbohne Phaseolus vulgaris kam mit den spanischen Eroberern aus Mittelamerika nach Europa und ist heute in fast jeder Küche der Welt zu Hause. Ihre Samen enthalten neben Stärke und Protein einen Eiweißstoff, den Biochemiker seit 1945 Phaseolamin nennen, sowie Lektine, die rohe Bohnen unbekömmlich machen. Extrakte für Nahrungsergänzungsmittel werden deshalb thermisch so behandelt, dass die Lektinaktivität weitgehend verschwindet, während dieser Eiweißstoff erhalten bleibt.
Die Sicherheit solcher Extrakte wurde in einer 90-Tage-Studie an 80 Ratten geprüft, die täglich 1, 2 oder 4 g pro Kilogramm Körpergewicht erhielten – ohne auffällige Veränderungen an Organgewicht, Blutbild oder Gewebe; die höchste Dosis ohne beobachtete Nebenwirkung lag damit über 4 g/kg – Qin et al. (BioMed Research International, 2019). Zum Vergleich: 300 mg pro Sachet entsprechen bei 70 kg Körpergewicht rund 4 mg pro Kilogramm.
Maulbeerblatt-Extrakt – 200 mg
Der weiße Maulbeerbaum Morus alba ist in China heimisch und seit rund 5.000 Jahren mit der Seidenproduktion verbunden: Seine Blätter sind die einzige Nahrung der Seidenraupe, und für ein Kilogramm Rohseide braucht es 15 bis 18 Kilogramm Laub. Daneben brüht man die Blätter in Japan als Kuwa-cha auf – ein leicht grasiger Aufguss, den es dort im Teehaus genauso gibt wie im Supermarkt.
Chemisch sind Maulbeerblätter vielseitig: Flavonoide wie Rutin und Quercetin-Glykoside, Phenolsäuren, Aminosäuren und ein 1976 aus der Pflanze isolierter Iminozucker namens 1-Deoxynojirimycin (DNJ), der seither die Naturstoffchemie beschäftigt. Eine aktuelle Übersicht zu Botanik, Inhaltsstoffen und traditioneller Verwendung aller Pflanzenteile liefert Batiha et al. (Naunyn-Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology, 2023).
L-Carnitin-L-Tartrat – 500 mg, entspricht 340 mg L-Carnitin
Der Name verrät die Herkunft: 1905 isolierten die Chemiker Gulewitsch und Krimberg die Verbindung aus Fleischextrakt und benannten sie nach carnis, dem lateinischen Wort für Fleisch. Der Körper stellt L-Carnitin in Leber und Niere selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin her; die Verbindung sorgt dafür, dass langkettige Fettsäuren die Mitochondrienmembran passieren können. Rotes Fleisch ist die reichste Nahrungsquelle, weshalb Vegetarier und Veganer in der Regel niedrigere Blutspiegel haben.
Die Pharmakokinetik ist gut dokumentiert: Nach oralen Dosen von 1 bis 6 g liegt die absolute Bioverfügbarkeit bei 5 bis 18 Prozent, während L-Carnitin aus normaler Nahrung zu bis zu 75 Prozent aufgenommen wird – zusammengefasst bei Evans & Fornasini (Clinical Pharmacokinetics, 2003). Die Tartrat-Form wurde wegen ihrer Löslichkeit gewählt; die 340 mg pro Sachet bewegen sich in der Größenordnung einer fleischreichen Mahlzeit.
Resistentes Dextrin – 1.680 mg
Resistentes Dextrin entsteht, wenn Stärke unter Hitze und mit wenig Säure umgebaut wird. Dabei bilden sich Bindungen, die menschliche Verdauungsenzyme nicht spalten können – aus einem Stärkemolekül wird ein löslicher Ballaststoff, der sich in kaltem Wasser klar auflöst und weder süß schmeckt noch die Flüssigkeit andickt. Genau deshalb eignet er sich als Träger in einem Kaffee-Sachet.
Die Verträglichkeit wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie über vier bis fünf Wochen an 48 Männern untersucht, die täglich 30 oder 45 g eines resistenten Dextrins aus Weizenstärke erhielten; beide Dosen wurden gut vertragen, Magen-Darm-Beschwerden unterschieden sich kaum vom Placebo – Pasman et al. (European Journal of Clinical Nutrition, 2006). Die 1,68 g pro Sachet liegen weit darunter und stammen aus Maisstärke.
Flohsamenschalen – 800 mg
Plantago ovata wächst vor allem im indischen Gujarat, wo die Samenschalen unter dem Namen Isabgol seit Jahrhunderten gehandelt werden. Die Schalen bestehen zum Großteil aus Schleimstoffen, die in Wasser ein Vielfaches ihres Gewichts binden – die Eigenschaft, die dem Getränk seine samtige Note verleiht.
Was diese Schleimstoffe chemisch ausmacht, klärte eine Arbeit aus Wisconsin: Die gelbildende Fraktion ist ein neutrales Arabinoxylan aus 74,6 Prozent Xylose und 22,6 Prozent Arabinose, stark verzweigt mit rund 35 Prozent endständigen Zuckerresten – Fischer et al. (Carbohydrate Research, 2004). Mit 800 mg pro Sachet liefern die Flohsamenschalen Ballaststoffe und Textur; die in der Ernährungsforschung üblichen Mengen liegen um ein Vielfaches höher.
Was das EU-Register zu diesen Zutaten sagt
Von den acht Zutaten hat nur Chrom zugelassene gesundheitsbezogene Angaben: „Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei“ und „Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei“. Hinzu kommt die Nährwertangabe „ballaststoffreich“, die sich aus den 2,1 g Ballaststoffen pro Sachet ergibt.
Für Grüntee-Catechine, Chlorogensäuren aus Grünkaffee, den Extrakt aus weißen Bohnen und L-Carnitin hat die EFSA eingereichte Angaben geprüft und nicht zugelassen; Maulbeerblatt zählt zu den pflanzlichen Stoffen, deren Bewertung in der EU noch aussteht. Für resistentes Dextrin und Flohsamenschalen gibt es keine spezifischen Angaben über den Ballaststoffgehalt hinaus. Deshalb beschreibt die Startseite von Wellaray Slim Coffee Booster diese Stoffe nach Herkunft, Standardisierung und Menge – und die hier verlinkte Literatur beschränkt sich bewusst auf Chemie, Aufnahme und Sicherheit. Wer tiefer einsteigen möchte, findet über die PubMed-Links die Originalarbeiten samt vollständiger Methodik.